Stop Fracking!“Wir NaturFreunde (NF) werden das so nicht hinnehmen! Der vom Bundeskabinett am 01.04.15 beschlossene Gesetzentwurf ist ein Türöffner für Fracking”, so die Einschätzung des Bezirksleiters der NF-Bezirk Nordeifel, Bruno Barth. Die Regelungen, die noch im Bundestag beschlossen werden müssen, erlauben das Fracking auf ca. 80% der Fläche Deutschlands. Nur der minimale Anteil von Schutzgebieten wird ausgeschlossen. Daher kündigen die NF weiteren Widerstand an und rufen dazu auf, sich an Demonstrationen und Aktionen gegen Fracking in den kommenden Wochen rege zu beteiligen.

Marika Jungblut, ebenfalls im Bezirksvorstand und Umweltreferentin der NF Herzogenrath-Merkstein konkretisiert die Kritik an den Plänen der Bundesregierung: Es besteht die Gefahr, dass unser Trinkwasser durch Chemikalien verseucht wird. Hinzu kommt, dass der Boden in unserer Region durch den vergangenen Steinkohlebergbau noch viele Hohlräume aufweist und durch das Fracken erneute Bergschäden an Gebäuden nicht auszuschließen sind. Die angeblichen strengen Auflagen für eine Genehmigung sind mehr Augenwischerei. Unterhalb von 3.000 Metern kann die Erlaubnis für Fracking schon jetzt erteilt werden. Eine sog. “unabhängige Expertenkommission”, welche überwiegend aus Pro-Fracking-Mitgliedern besteht, kann Fracking dann oberhalb von 3.000 Metern ab 2018 erlauben. Dadurch werden die zunächst auf wissenschaftliche Bohrungen beschränkten Erlaubnisse letztlich für eine großflächige kommerzielle Nutzung möglich. Die Frage ist: Wer gibt dieser “Expertenkommission” überhaupt die Legitimation zu entscheiden? Es wird hier die Möglichkeit geschaffen, für uns alle existentielle Entscheidungen am Parlament und unseren Abgeordneten vorbei zu treffen und die Verantwortung abzugeben.

Laut unseres Bundesministers für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, schafft der Kabinettsbeschluss Rechtsicherheit für die Menschen ebenso wie für die betroffene lndustrie. “Vor allem wohl für die lndustrie”, meint Marika Jungblut, “denn für die Folgeschäden an Umwelt, Wasser und Gebäuden kommt wieder einmal die Allgemeinheit auf.”
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks lässt verlautbaren, dass sie froh ist, nun die bislang ungeregelte Technologie Fracking so weit verbieten zu können, dass sie für Mensch oder Umwelt keine Gefahr mehr ist.
“lch halte dies für eine lrreführung der Bürgerinnen und Bürger” empört sich Marika Jungblut für die NF. “Es ist unverantwortlich, ein solches Regelpaket zugunsten der Wirtschaft zu beschließen.”

Der Bundesvorsitzende der NF, Michael Müller, nennt den Kabinettsbeschluss der Bundesregierung einen “schwarzen Tag für die Natur”. Mit diesem Gesetz würde – so es denn in der vorliegenden Form umgesetzt wird – die notwendige Energiewende massiv behindert.

Mehr Infos zu Fracking unter www.inofra.de

Türöffner für Fracking: NaturFreunde halten dagegen
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