Politiker aller Coleur in der Region sprechen sich für einen Stopp des Betriebs des Atomkraftwerks in Tihange aus. Ein sehr breites Bündnis ist da entstanden und das ist gut und richtig so. Aber es genügt nicht, mit dem Finger auf den „uneinsichtigen belgischen Nachbarn“ zu zeigen. Es steht fest, dass aus der Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau Uran auch nach Tihange gelangt. Die NaturFreunde haben in einer öffentlichen Stellungnahme am 9. März 2016 gefordert: „Stopp der Exporte von angereichertem Uran aus Gronau nach Tihange, weil dies eine Unterstützung für den Betrieb dort bedeutet“! Wer es Ernst meint mit der Stilllegung von Tihange und dem Ausstieg aus der Atomenergie muss alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen. Und da hören leider die Gemeinsamkeiten auf. „Man könne die Energiewirtschaft in Belgien nicht gefährden“, so wird Aachens Landtagsabgeordneter Karl Schultheis zitiert. Was haben dann die „Stopp-Tihange-Plakate“, die in zahlreichen Fenstern der Region hängen, da noch für eine Relevanz?  „Das ist reine Schaufensterpolitik!  Landes- und Bundespolitiker könnten sowohl für die Stilllegung der UAA in Gronau  als auch für ein Exportverbot sorgen“, empört sich Marika Jungblut. „Wieso setzt man politisch nicht alle Möglichkeiten um, die man hat? Einerseits die Stilllegung von Tihange fordern, andererseits den Urantransport nach Tihange sehenden Auges tolerieren: Das passt nicht zusammen“, so der Vorsitzende Bruno Barth.