Neben der grundsätzlichen Kritik an solch einem „Leuchtturmprojekt Radautobahn“ – wie auch die Baustelle Vogelsang – wo mit aller Macht nach Fördertöpfen gegriffen wird und letztlich alles ein Vielfaches teuerer wird als ursprünglich errechnet, liegt der Schwerpunkt unserer Kritik als NaturFreunde auf dem Streckenabschnitt Pannesheide – Herzogenrath. Nach wie vor werden hier Streckenvarianten favorisiert, die eine riesige Flächenversieglung, größere Erdbewegungen zum Abbau der natürlichen Steigungen und unzählige gefällte Bäume erfordern würden. Eine Trasse durch Landschaftsschutzgebiet in direkter Nähe zum Naturschutzgebiet Wurmtal ist für uns absolut unakzeptabel und wird entschieden abgelehnt! Zumal es eine Alternative ohne derartige Eingriffe gäbe.

Ausschlaggebend für das Festhalten auf dem Rücken von Natur und Umwelt sind die zugrunde gelegten „Kriterien zur Bewertung“ von vorgeschlagenen Trassenführungen. Wenn „Eingriffe in Natur und Landschaft“ nur mit 10% gewichtet werden, andere Kriterien wie „Trennung von Fuß- und KFZ-Verkehr“ oder „Verlustzeiten durch Wartezeiten“ mit insgesamt 90% zu Buche schlagen, muss man sich über das Ergebnis nicht wundern. Durch diese Gewichtung kommt dann ein Ergebnis der sog. „Bürgerbeteiligung“ zustande, das fast identisch mit dem Trassenverlauf ist, den die Verwaltung der StädteRegion selber vorgelegt hat. Zufall oder Absicht? Sicher eine Vorlage für eine weitere Realsatire wie die prognostizierten 12.000 täglichen Umsteiger vom Auto aufs Fahrrad bei Vorhandensein des Radschnellwegs.

Im Namen der NaturFreunde Herzogenrath-Merkstein

  • Bruno Barth (Vorsitzender)
  • Marika Jungblut (Umweltreferentin)

(Bezug auf Berichterstattung AZ/AN vom 18.02.2016)

 

Stellungnahme der NaturFreunde Herzogenrath-Merkstein zum Radschnellweg Aachen-Herzogenrath mit Abzweig nach Heerlen
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