„Der namentlich nicht genannte Forstbeamte trifft den Nagel auf den Kopf: Es geht im Wesentlichen um Geld. Natur, Umwelt- und Klimaschutz, Bäume: Nebensache.“ So kommentiert der Bezirksleiter der NaturFreunde (NF) Nordeifel, Bruno Barth, die „Aktivitäten“ der Baumfäller. Dies betrifft aber nicht nur das Vorgehen des Landesbetriebs Straßen NRW. Wir NF beobachten das seit langem auf allen Entscheidungsebenen.

Beispiele:

  1. Grube-Adolf-Park in Herzogenrath-Merkstein: Dort wurden vom Gemeindeforstamt Aachen im Auftrag der Stadt Herzogenrath Anfang des Jahres im großen Umfang Bäume gefällt. Vor allem die Art und Weise – es wurde rücksichtslos schweres Gerät eingesetzt –  sorgte für Empörung. Die NF Ortsgruppe Herzogenrath-Merkstein protestierte in einem „Offenen Brief“ an den Bürgermeister. Die Antwort kam vom Gemeindeforstamt Aachen: Die Arbeiten seien ein „gesetzeskonformer Pflegeschnitt“, es sei mit „Rückepferden“ gearbeitet worden. Die NF wunderten sich, dass Pferde neuerdings massive Reifenspuren hinterlassen . . .
  2. Paulinenwäldchen im Naturschutzgebiet Wurmtal an der Grenze Aachen-Herzogenrath: Hier wurden ebenfalls Anfang des Jahres kranke und gesunde Bäume im großen Stil gefällt. Die NF griffen das schon im Vorfeld auf, weil an zahlreichen Markierungen an Bäumen zu erkennen war, was geplant war. Erfolglos: Angeblich handelte es sich um einen „moderaten Eingriff“, „naturnah und nachhaltig“, er diene „dem Umbau des Waldes in einen Buchenwald“, so das Gemeindeforstamt Aachen, das dieses Waldstück „bewirtschaftet“.
  3. Rund um Aachen sind diese Vorgehensweisen an folgenden Stellen schon seit einigen Jahren zu beobachten: Lütticher Straße, Roermonder Straße, Monschauer Straße und auch zwischen Aachen und Würselen an der Krefelder Straße waren die dort im Fälleinsatz tätigen Firmen nicht zimperlich.
  4. Jüngstes Beispiel sind die Fällungen entlang der Landstraße 106 unmittelbar am Ortseingang von Dedenborn in der Eifel. Kleine und große Bäume wurden hier im Auftrag des Landesbetriebs Straßen NRW in großer Anzahl gefällt. Die Art und Weise, wie hier rücksichtslos vorgegangen wurde, ruft zu Recht massive Kritik hervor.

Hier heißt es dann immer wieder: „Die Maßnahmen dienen der Verkehrssicherheit, die Bäume seien krank und somit umsturzgefährdet oder man nennt es einfach Pflegemaßnahmen“, so Marika Jungblut, Referentin für Umweltschutz und Öffentlichkeitsarbeit der NF. „Ich habe, wie viele Bürgerinnen und Bürger, starke Zweifel an dieser Argumentation und vermute eher ökonomische Interessen aufgrund hoher Holzpreise. Holz aus überbestockten Wald- und Straßenrändern können zudem zur Deckung des Industrie- und Brennholzmarktes genutzt werden“, so Jungblut weiter.

Insgesamt schockierend: Vom Landesbetrieb Straßen NRW bis zu den Städten und Kommunen wie auch beim Forstamt hat sich das Handeln unterschiedlicher Behörden verselbständigt. Im Zweifelsfall ist man nicht zuständig, die Schuld liegt bei einer anderen Institution, alles bewegt sich im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften u.ä.. Proteste, ob von Verbänden wie den NF, von Bürgern oder auch aus dem kommunalpolitischen Raum, werden bagatellisiert oder direkt ignoriert.

Rücksichtslose Abholzungen überall
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