„Die favorisierte Streckenführung kann so nach Meinung einer großen Anzahl von Bürgern nicht bleiben! Zumindest dann nicht, wenn man den ‘Bürgerwillen’ Ernst nimmt“, so der Vorsitzende der NaturFreunde, Bruno Barth, nach den sog. Bürgerbeteiligungen der Verwaltung der Städteregion zum geplanten Radschnellweg Aachen – Herzogenrath/Heerlen.

Bei den „Work-Shops“, die in den letzten Tagen stattfanden, waren zwei separate Unterschriftenlisten mit mehr als 700 Unterstützern gegen eine Trassenführung entlang der DB-Bahn durch das Landschaftsschutzgebiet (Herzogenrath) bzw. auf Teilstücken des alten Bahndamms (Laurensberg) abgegeben worden.

Die NaturFreunde haben seit Beginn der Planungen das Teilstück von Pannesheide nach Herzogenrath direkt am Wurmtal durch ein Landschaftsschutzgebiet als „unakzeptabel“ kritisiert. Sie fühlen sich jetzt in ihrer Auffassung und Einschätzung bestätigt, dass die Planungen so von sehr vielen Bürgern – entgegen den offiziellen Verlautbarungen – nicht gewollt sind.

„Dabei hatten die Bürger bei den ‘Online-Work-Shops’ nur die Gelegenheit, sich zur Trassenführung zu äußern, nicht zum Leuchtturmprojekt grundsätzlich. Selbst bei der Trassenführung wurden die Meinungen „gewichtet“ und die Belange des Natur- und Umweltschutzes werden nur mit 10% berücksichtigt“, legt die Umweltreferentin der NF, Marika Jungblut, nach. „Bei den Work-Shops, die jetzt stattfanden, wurde den Bürgern wieder suggeriert, man nehme die Bedenken Ernst. Jedoch wurden viele Fragen, wie bspw. wo die Zahlen der “Umsteiger“ vom Auto auf das Fahrrad herkommen, nicht beantwortet, wodurch die ganze Sache immer noch intransparent bleibt.“. Schon jetzt sei jede Menge Geld (ca. 400.000 Euro) für Studien, Werbekampagnen u.a. verschwendet worden, was man besser für die Instandhaltung und Verbesserung der bestehenden Radwege verwendet hätte. Die NF werden auf jeden Fall „ein kritisches Auge“ auf die weitere Entwicklung werfen.
“Wenn Sie auch der Meinung sind, dass die Trassenführung durch das Wurmtal verhindert werden muss, wenden Sie sich an Ihre Ratsvertreter vor Ort und laden Sie sie gegebenenfalls zu einer Ortsbegehung ein”, rät Bruno Barth.

Siehe auch: www.radschnellweg-panorama.info

Radschnellweg – Wird der Bürgerwillen Ernst genommen?
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