Die Verwaltungs“spitzen“ aus der Städteregion, den beteiligten Städten Aachen und Herzogenrath und aus der Provinz Limburg (NL) ziehen alle Register, um den geplanten Radschnellweg von Aachen nach Herzogenrath mit Abzweig nach Heerlen „schmackhaft“ zu machen. Jetzt wurde bekannt, dass die Kosten für die verschiedenen Studien im Vorfeld erheblich größer sein werden als ursprünglich angegeben. 2014 waren es nach Angaben der Verwaltung der Städteregion ca. 200.000 Euro, aktuell ist man schon bei dem Stand von über 350.000 Euro. Wen überrascht das? Dazu haben wir eine Pressemitteilung abgegeben:

Radschnellweg – Kostenspirale ohne Ende?

200.000 Euro sollten die Studien und Analysen im Vorfeld des geplanten Radschnellwegs von Aachen nach Herzogenrath mit Abzweig nach Heerlen (NL) ursprünglich kosten. Das war 2014. Gut ein Jahr später sind es schon 350.000 Euro, und dies ist sicher noch nicht die endgültige Summe. „Wo soll das enden?“ fragt sich Bruno Barth vom Bezirksvorstand der NaturFreunde (NF). „Überall fehlt es an Geld, hier scheint es keine Rolle zu spielen“. Bekannt wurde das Ganze auf den Bezirksversammlungen Laurensberg am 02.09. und Richterich am 09.09.15.

Dort wurde seitens der Verwaltung der Städteregion von einem „Nachtrag“ gesprochen. „Die genaue Höhe steht derzeit noch nicht fest. Die benötigten Mittel müssen außerplanmäßig bereit gestellt werden und durch Einsparungen in anderen Bereichen gedeckt werden“, so wird es in den schriftlichen Unterlagen der Sitzungen dargestellt. „Wenn man diese Steigerungen auf die 2014 genannten Baukosten von 15 Mio Euro überträgt, dann hat der „Bund der Steuerzahler“ demnächst ein neues Beispiel für Steuerverschwendung, das er in sein sein „Schwarzbuch“ aufnehmen kann,” ergänzt Marika Jungblut, umweltpolitische Sprecherin der NF. Projekte, die durch Mischfinanzierungen finanziert werden, erscheinen auf den ersten Blick von Vorteil. Somit ist die Bereitschaft groß, Geld auszugeben. “Der Wettlauf um die Fördertöpfe endet für die Steuerzahler und Kommunen oft in einer Schuldenfalle. Viele Maßnahmen sind unausgereift, werden größer und teurer als es ursprünglich auch beabsichtigt war. Sie werden oft aufgebläht, um den aufwendigen Förderrichtlinien zu genügen,” so Jungblut weiter.
Bisher hatten sich die NF in ihrer Kritik am Radschnellweg hauptsächlich mit der skizzierten Trassenführung, wie sie von der Städteregion 2014 vorgelegt wurde, auseinandergesetzt. Dabei geht es vor allem im Bereich Herzogenrath um den Streckenabschnitt Pannesheide – Herzogenrath, wo eine Schneise für eine asphaltierte Trasse durch Landschaftsschutzgebiet direkt am Naturschutzgebiet Wurmtal geschlagen werden müsste und in Aachen um den Bereich des ehemaligen Bahndamms in Laurensberg, wo ebenfalls Natur geopfert würde, aber es müsste auch ein riesiges, kostenintensives Viadukt über die Umgehungsstraße von der Rütscherstraße aus nach Laurensberg gebaut werden.
Die Kostenentwicklung für diese „Leuchtturmprojekt“ sei ein weiterer Aspekt, der den Bürgerinnen und Bürgern bekannt gemacht werden müsste, anstatt „Werbebotschaften pro Radschnellweg“ seitens der Städteregion zu verkünden, so die NF abschließend.

Weitere Infos dazu auch unter www.radschnellweg-panorama.info.

Radschnellweg – Kostenspirale ohne Ende?
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