Öffentliche Reaktion/Antwort der NaturFreunde-Bezirk (NF) auf „IGBCE organisiert Mahnwachen“

Sehr geehrter Kollege Maresch, ich beziehe mich als Vorsitzender des NF-Bezirks auf den IGBCE-Aufruf zu Mahnwachen, wie sie auf der Homepage Ihrer Gewerkschaft und in der Online-Version der „Aachener Nachrichten vom 7. August (leider bisher nicht in der Papierausgabe) zu lesen ist. Unter dem Stichwort „Schnauze voll“ reagiert die IGBCE Bezirk Alsdorf auf beabsichtigte Aktionen der selbst ernannten „Klimaschützer“ im Hambacher-Forst zwischen dem 24. und 29. August.

Wenn wir auch im Detail zwischen NF und IGBCE sicher in mancher Hinsicht bzgl. des Braunkohleabbaus unterschiedliche Positionen haben (unsere vom März 2017 finden Sie im Anhang, sie ist nach wie vor aktuell und entspricht auch der der Landes-NF), so unterstütze ich nachdrücklich Ihre Distanzierung und Zurückweisung von gewaltbereiten und Gewalt tolerierenden Positionen!

Dies trifft auf Organisatoren und Aufrufern zu den Protesten leider nicht immer zu. Wer mit semantischen Verrenkungen ala „von RWE geht strukturelle Gewalt aus. Gegengewalt ist Notwehr“ oder ein Ultimatum „Wenn der Braunkohleabbau nicht bis zum 24. August gestoppt wird, werden wir das selbst in die Hand nehmen und den Tagebau blockieren“ oder das „Durchbrechen von Polizeiketten“ im Vorfeld trainieren lässt, hat gar nicht vor friedlich zu bleiben. Dafür dient das sog. „Wiesencamp“ als Ausgangspunkt und Rückzugsort für vermummte Demonstranten und potenzielle Gewalttäter – wie eine Aachener Richterin schon 2016 festgestellt hat. Fatal ist vor allem, dass eine größere Zahl von Braunkohlegegnern sich nicht etwa davon distanziert, sondern wegsieht. Dazu gehören auch Unterstützer und Aktive der sog. „Roten Linie“ wie u.a. der „Waldpädagoge“ Michael Zobel, der nach Waldführungen das eingesammelte Geld den „lieben Bewohnern des Wiesencamps“ spendet. Wer sich mit solchen Leuten verbündet, macht sich mitschuldig. Die Grenze in diesem politischen Spektrum ist fließend, die notwendige Abgrenzung fehlt. Das ist naiv und/oder scheinheilig.

Ich kann Ihre Sorge, Herr Maresch, nachvollziehen und hoffe nur, dass es nicht so schlimm kommt wie befürchtet. Meine Solidarität gilt auf jeden Fall den Arbeitern, die Sie vertreten! Nicht zufällig beenden die NF ihre Veranstaltung zum 1. Mai immer mit dem „Steigerlied“. Freundliche Grüße und Berg frei Bruno Barth (Vorsitzender NF-Bezirk) 10. August 2017