Ob der Rücklauf an Anregungen bzgl. Radschnellweg Aachen – Herzogenrath/Heerlen nun,,beeindruckend” ist, wie der Radverkehrsbeauftragte der Städteregion in seiner Pressemitteilung behauptet, oder eher nicht, sei dahingestellt. ,,Entscheidend ist, inwieweit auf die Vorschläge eingegangen wird und diese Berücksichtigung finden”, legt Bruno Barth, Bezirksleiter NaturFreunde Nordeifel, dar.

lm nächsten Schritt geht es nun darum, unter Berücksichtigung der Vorschläge eine konkrete Streckenvariante zu entwickeln. So war es zumindest einem Artikel der
Aachener Nachrichten zu entnehmen. “Wie jetzt noch eine neue Streckenvariante entwickelt werden soll, wo eine geplante Streckenführung schon bei der Einreichung
für den Wettbewerb vorgelegt werden musste, ist mir schleierhaft”, so Marika
Jungblut, Umweltreferentin und Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der NaturFreunde.
“Auch der Zeitplan macht deutlich, dass eine echte Beteiligung gar nicht mehr mögtich ist. Die Machbarkeitsstudie ist so gut wie beendet und diese fußt auf der bisher vorliegenden Streckenführung,” erklärt Jungblut weiter.

Der von der Städteregion vorgegebene Streckenverlauf, auf dessen Grundlage das gesamte Verfahren und alle Analysen fußen, sieht u.a. den Abschnitt zwischen Pannesheide und Herzogenrath vor – mittern durch Landschaftsschutzgebiet, direkt angrenzend ans Naturschutzgebiet Wurmtal. Bei einer Realisierung würden zudem wieder enorme Flächen versiegelt. Dies widerspricht zudem den Zielen der Landesregierung und der Naturschutzverbände.

,,Wenn das Einholen der Argumente nicht nur eine Bürgerbeteiligung zum Schein sein soll, muss dieser Teilabschnitt komplett gestrichen werden. Das ist eine ökologische Todsünde!”, bringt es Barth auf den Punkt. Ebenfalls ist die geplante Strecke, in Aachen ab Gartenanlage Rütsch, über Laurensberg bis nach Richterich ökolclgisch sehr bedenklich, denn auch hier müssen Flächen versiegelt werden und zudem kommt es durch die geplanten Brückenbauwerke ebenfalls zu Rodungen und enormen Befestigungsaufwand an den noch jetzt grünen Böschungen. Das ganze Ausmaß der bei einem Ausbau dieser Strecken notwendigen Naturzerstörungen und gewaltigen Erdbewegungen kann man nur erkennen, wenn man sich das Ganze in der Natur selber ansieht und nicht nur einfach Linien im Internet zeichnet.

Naturfreunde zur Bürgerbeteiligung Radschnellweg – Mehr Schein als Sein?

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