Folgenden Antrag stellt der NaturFreunde Bezirk Nordeifel an die Landesversammlung der Naturfreunde NRW am 17. November 2018:

Antrag an die NF-Landesversammlung zu Artenschutz, Insektenvielfalt, Bienensterben

Artenschutz, Insektenvielfalt, Bienensterben werden öffentlich intensiv diskutiert. Fachleute sind sich einig: Das Ganze hat bedrohliche Ausmaße angenommen. Die Biomasse der Fluginsekten in Deutschland ist seit 1989 um 80% zurückgegangen; die Zahl der Arten ist ebenso gesunken. Ursachen sind u.a. die Zerstörung von Lebensräumen ebenso wie der Einsatz von Insektiziden. Es geht letztlich nicht „nur“ um Bienen, Schmetterlinge usw., sondern der Rückgang blütenstäubender Insekten wirkt sich auf unsere Nahrungsmittel aus. D.h. es ist höchste Zeit zu handeln und gegenzusteuern!

Die NF sind auf verschiedenen Ebenen in NRW schon aktiv geworden:

  • Die Ortsgruppe Herzogenrath-Merkstein hat federführend in Kooperation mit anderen in Herzogenrath aktiven Umwelt- und Naturschutzgruppen einen „Runden Tisch: Für Artenvielfalt. Gegen Insektensterben“ installiert. Bei den offenen Treffen im NF-Haus in Merkstein wurden zusammen Ideen und Vorschläge diskutiert, die man selber vor Ort umsetzen kann. Am 20. September wurden 18 Personen ausgezeichnet, die ihre (Vor)Gärten ökologisch und insektenfreundlich gestaltet haben.
  • Die Ortsgruppe Bochum Linden-Dahlhausen hat eine Reihe „Wie geht’s dir Biene?“ mit Unterstützung des Stärkeberaterteams durchgeführt. Hier wurde im Stadtbezirk etwas gegen das Insektensterben unternommen.

Der NF Bezirk Nordeifel meint, dass einzelne Aktionen in NRW gebündelt werden sollten. Dabei sollten zwei Bereiche berücksichtigt werden: Der private (was kann jede/r selber tun) und der politische (was muss von politischer Seite getan werden).

Deshalb stellen wir folgenden Antrag:

Die neue Landesleitung wird aufgefordert:

  • Sie soll Überlegungen anstellen, wie im Anschluss/nach dem Auslaufen der derzeitigen Projekte „WasserWege“ und „Stärkeberater“ ein neues Projekt „Artenvielfalt“ mit hauptamtlicher(m) Projektleiter(in) in Zusammenarbeit mit interessierten Ortsgruppen auf den Weg gebracht werden kann. Dabei ist zu eruieren, welche Fördermittel man bekommen kann.
  • Sie soll an die Landespolitik und das zuständige Ministerium herantreten und konkrete gesetzlich Maßnahmen und Erlasse einfordern. U.a. können diese sein:Vorschriften zur Eindämmung des Pestizideinsatzes allgemein;Generelles Verbot in öffentlichen Gärten und Parks;Reduzierung der intensiven Landwirtschaft durch entsprechende Erlasse;Verstärkte Förderung der ökologischen Landwirtschaft;Ausreichende Finanzierung von Naturschutzmaßnahmen.